Naturschutzgebiet Türlersee
Ein einzigartiger Lebensraum
Der Türlersee und seine Umgebung bilden ein wertvolles Naturschutzgebiet von überregionaler Bedeutung. Die vielfältige, mosaikartige Landschaft mit ihren Mooren, Riedwiesen, Magerwiesen, Feuchtgebieten und naturnahen Wäldern bietet zahlreichen bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen wichtigen Lebensraum.
Entstehung des Sees
Der Türlersee entstand vor rund 10'000 Jahren nach dem Rückzug des Linthgletschers. Durch den fehlenden Eisdruck stürzten Felsen am Aeugsterberg in die Tiefe und bildeten einen natürlichen Damm, der den See aufstaute. Heute entwässert er über die Reppisch gegen Norden. Um die Entstehung des Sees und des nahegelegenen Hexengrabens ranken sich verschiedene Sagen.
Schutzzonen und ihre Bedeutung
Naturschutzzone
Im Kernbereich des Schutzgebiets liegt die streng geschützte Naturschutzzone. Hier haben der Erhalt und die Förderung seltener Tier- und Pflanzenarten oberste Priorität.
Wald- und Uferschutzzonen
Die umgebenden Wälder und Uferbereiche sind ebenfalls geschützt und dienen als wichtige Pufferzonen. Sie helfen, die empfindlichen Kernzonen zu bewahren.
Erholungszonen
In ausgewiesenen Bereichen ist eine naturverträgliche Erholung möglich. Hier können Besucher die Natur erleben, ohne die schützenswerten Lebensräume zu gefährden.
Tier- und Pflanzenwelt
Im Schutzgebiet gedeihen über 20 verschiedene Orchideenarten – darunter das Gefleckte Knabenkraut, das im Frühsommer am südlichen Seeufer ganze Wiesen violett färbt. Im Flachmoor des Hexengrabens blühen zwischen Juli und September der seltene Lungenenzian und der etwas häufigere Schwalbenwurzenzian. Auf den Moorflächen tragen Wollgräser im Mai und Juni ihre charakteristischen weissen Fruchtstände, die früher als „Wulebüseli“ als Bettdeckenfüllung dienten.
Der Türlersee ist ein wichtiges Laichgewässer für Amphibien. Jährlich wandern hunderte Erdkröten, Grasfrösche und Molche zur Fortpflanzung an den See. Damit sie sicher über die Reppischtalstrasse gelangen, sind Amphibientunnel und Leitzäune installiert. Beobachten lassen sich rund um den See auch die harmlose, gut schwimmende Ringelnatter sowie seltene Schmetterlinge wie der stark bedrohte Gelbringfalter und der Violette Silberfalter (Mädesüss-Perlmutterfalter).
Geschichte und Pflege
Bereits 1934 wurde der Türlersee-Schutzverband gegründet. 1944 erliess der Kanton ein Bauverbot rund um den See, um das Gebiet vor dem wachsenden Siedlungsdruck zu bewahren. 2001 trat die heute geltende Schutzverordnung in Kraft.
Ein Naturschutzgebiet benötigt aktive Pflege: Ohne regelmässige Streumahd würden Büsche und Bäume die offenen Ried- und Magerwiesen überwachsen und lichtbedürftige Arten wie Orchideen, Prachtnelken oder Zittergras verdrängen. Lokale Landwirte und kantonale Unterhaltsdienste mähen die Flächen naturschutzgerecht, stark verbuschte Bereiche werden durch Ausholzung wieder aufgelichtet, und Hochstamm-Obstbäume werden gepflegt und ersetzt.
So können Sie zum Naturschutz beitragen
- Bleiben Sie auf den markierten Wegen
- Halten Sie Hunde an der Leine
- Halten Sie auf dem ganzen See einen Abstand von 25 Metern zum Schilf ein
- Befahren und Schwimmen sind im See- und Uferschutz ausserhalb der freigegebenen Bereiche untersagt
- Lassen Sie Pflanzen und Tiere ungestört
- Nehmen Sie Ihren Abfall mit
Verordnung und Informationen zum Schutzgebiet
Türlersee-Schutzverband
Der Türlersee-Schutzverband widmet sich der Erhaltung des Seegebiets als vielfältigen Lebensraum für Flora und Fauna, fördert die nachhaltige Nutzung der geschützten Landschaft und koordiniert einen geordneten Erholungsbetrieb. Sie können den Schutzverband unterstützen durch eine Mitgliedschaft, eine Spende oder als Schutzwart.
